So findest du einen Betreuungsplatz

So findest du einen Kita-Platz.

Bis vor wenigen Jahren waren Kita-Plätze nur in wenigen Großstädten knapp. Heute ist es ein Problem in allen Städten. Betreuungsplätze sind Mangelware. Egal ob Betreuung durch eine Tagesmutter, Kita-Platz oder Platz in der OGS: So kann die Suche nach einem Betreuungsplatz doch noch klappen.

Eine gute Nachricht vorweg: Die Betreuungsquote von Kindern unter 3 Jahren steigt. Am 1. März 2019 lag die Betreuungsquote bundesweit bei 34,3% (2018: 33,6%). In den westdeutschen Bundesländern betrug sie durchschnittlich 30,3%. In Ostdeutschland (einschließlich Berlin) lag sie bei 52,1%.

Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Nordrhein Westfalen ist mit 28,2% das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich.

Einen guten Betreuungsplatz zu finden gleicht einem Sechser im Lotto. Und das gilt auch für Kinder, die mit 3 Jahren schon im klassischen Kindergartenalter sind.

Familien, die auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind, müssen vor allem dann frühzeitig aktiv werden, wenn sie zu einem bestimmten Datum wieder arbeiten wollen bzw. müssen.

Bedenke, dass das Kita-Jahr immer im August beginnt. Während des laufenden Kita-Jahres werden in der Regel keine Kinder aufgenommen. Außerdem sind die ersten Wochen zur Eingewöhnung vorgesehen, d. h., dass die neuen Kita-Kinder nur einige Stunden am Vormittag betreut werden. In einigen Kitas soll in den ersten Tagen auch ein Elternteil anwesend sein.

Warum eine Tagesmutter vor allem für unter Dreijährige mehr als eine Alternative zur Kita ist, erfährst du hier …

Starte die Suche nach einem Betreuungsplatz schon in der Schwangerschaft.

Melde deinen Bedarf so früh wie möglich beim Träger der Jugendhilfe an

Auch wenn diese Strategie oft belächelt wird: Wenn du nach einem Jahr oder nach zwei Jahren Elternzeit zurück in den Job willst, solltest du dich sogar noch vor der Geburt deines Kindes beim zuständigen Träger der Jugendhilfe melden.

Beim Träger der Jugendhilfe meldest du deinen Bedarf an. 

In einigen Städten (z. B. in Bottrop und Herten) erfolgt die Bedarfsmeldung, ab wann du einen Kita-Platz brauchst, digital über das Portal Kita-Online. Hier kannst du drei Wunsch-Kitas angeben und dann deine Angaben machen. Kita-Online garantiert keinen Kita-Platz. Du kannst hierüber keine Tagesmutter finden.

Melde dich unbedingt beim Jugendamt in deiner Stadt, in Gelsenkirchen meldest du deinen Bedarf direkt bei GeKita >> an. 

Stelle dich persönlich vor und erkläre, wie dringend die Kinderbetreuung ab dem Zeitpunkt deines Wiedereinstiegs ist und kläre auch den zeitlichen Umfang der Kinderbetreuung.

Besichtige alle Kitas in deiner Umgebung und melde dein Kind an

Die Bedarfsanmeldung beim Jugendamt oder über Kita-Online reicht nicht aus. Hole dir über die Internetseite deiner Stadt die Liste mit allen Kitas und schaue nach, welche Kitas es in deinem Stadtteil und in benachbarten Stadtteilen bzw. auf dem Weg zu deinem Arbeitsplatz gibt. 

Neben städtischen Kitas und Kindergärten gibt es noch Einrichtungen der Kirchen und Wohlfahrtverbände (z. B. AWO oder Caritas). Vielleicht gibt es außerdem Elterninitiativen, die eine kleine Kita betreiben.

Melde dich in jeder Kita telefonisch und frage nach Terminen zur Besichtigung und Anmeldung. Sage ganz deutlich, dass du ab einem bestimmten Datum wieder arbeiten musst und du dringend einen Platz brauchst.

Gehe zu den Besichtigungsterminen und schaue dir Räumlichkeiten und Außenbereich aufmerksam an. Sei interessiert am pädagogischen Angebot der Einrichtung. Stelle interessiert Fragen. Erzähle von deinem Kind, nenne seinen Namen mehrfach. So bleibst du im Gedächtnis.

Mama sucht digital Kitaplatz: So findest du einen Betreuungsplatz.

Melde dich regelmäßig in den Kitas

Um zu zeigen, dass du den Platz noch immer dringend haben willst, solltest du dich regelmäßig bei deinen Wunsch-Kitas (bei mehreren!) melden. 

So zeigst du, dass du immer noch Interesse hast.

Vielleicht spielt auch das Glück einmal mit und du bekommst einen Platz, weil eine Familie umzieht und dadurch ein Betreuungsplatz frei wird.

Nutze dein persönliches Netzwerk

Du kennst jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt? Super! Oft braucht es das sprichwörtliche Vitamin B, um einen Betreuungsplatz zu finden.

Erzähle vor allem den Eltern, die du kennst (Freunde, Bekannte, Verwandte, Krabbelgruppe, Spielplatz, etc.) und deinen Nachbarn, die vielleicht Kontakte haben könnten, dass du dringend einen Betreuungsplatz suchst.

Manchmal hilft der Zufall dem Glück auf die Sprünge.

Suche eine Tagesmutter über Google

Besonders für die Kinder unter 2 Jahren ist die Betreuung durch eine Tagesmutter besonders wertvoll.

Eine Tagesmutter betreut anders als die Erzieherinnen in der Kita maximal 5 Kinder gleichzeitig und kann viel besser auf die Bedürfnisse der ganz Kleinen eingehen. Auch ist eine Tagesmutter hinsichtlich der Betreuungszeiten viel flexibler.

Auch wenn die Plätze in der sogenannten Tagespflege durch den Träger der Jugendhilfe organisiert werden, kannst du selbst einmal im Netz suchen.

Moderne Tagesmütter informieren auf ihren eigenen Websites über ihr Angebot und freie Plätze. Rufe die Tagesmutter an und vereinbare einen Termin zum Kennenlernen.

Wichtig hier: dein Bauchgefühl. Du musst dich in den Räumen der Tagesmutter wohl fühlen, dann wird sich auch dein Kind wohl fühlen.

Gib nicht auf!

Auch wenn die Suche aufwändig ist und du öfter Absagen bekommen wirst: Es lohnt sich am Ball zu bleiben!

[Text: Silke König]

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